
Asset Servicing für Real Assets: Warum Datenkompetenz zum Sicherheitsfaktor wird
Die steigende Bedeutung von Real Assets, neue regulatorische Anforderungen und komplexere Fondsstrukturen verändern die Rolle der Verwahrstelle. Für Asset Manager und institutionelle Investoren wird professionelles Asset Servicing damit zu einem entscheidenden Faktor für Transparenz, Kontrolle und die effiziente Umsetzung ihrer Investmentstrategien.
Immobilien, Infrastruktur, Private Equity und Private Debt eröffnen Anlegern langfristige Investitionsmöglichkeiten. Gleichzeitig lassen sich diese illiquiden Anlagen deutlich weniger standardisiert abbilden als börsengehandelte Wertpapiere. Mehrstufige Beteiligungsstrukturen, unterschiedliche Datenquellen und individuelle Zahlungsströme erhöhen die Anforderungen an das operative Fondsmanagement. Hinzu kommen steigende regulatorische Vorgaben für Reporting, Risikomanagement und Transparenz.
Diese Entwicklung macht deutlich: Eine moderne Verwahrstelle muss heute weit mehr leisten als die Verwahrung von Vermögensgegenständen und die Erfüllung gesetzlicher Kontrollpflichten. Gefragt ist ein Asset-Servicing-Partner, der Fondsstrukturen ganzheitlich versteht, Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammenführen kann und bereits bei der Strukturierung neuer Produkte eingebunden ist.
“Unsere Kunden erwarten heute eine Verwahrstelle, die die gesamte Wertschöpfungskette eines Fonds versteht und den gesamten Lebenszyklus begleitet.”
Anja Schlick, Head of Asset Servicing
Verlässliche Daten als Basis für Transparenz und Kontrolle
Besonders bei Real Assets hängt die Qualität von Kontroll- und Überwachungsprozessen von einer konsistenten Datenbasis ab. Entscheidend ist eine durchgängige Look-through-Transparenz, auch über komplexe, mehrstufige Portfoliostrukturen hinweg. Sie ermöglicht es, Beteiligungen, Risiken und Zahlungsströme nachvollziehbar abzubilden und regulatorische Anforderungen zuverlässig zu erfüllen.
Die Weiterentwicklung des europäischen Fondsreportings unterstreicht diese Bedeutung. Mit der überarbeiteten AIFMD werden unter anderem das aufsichtliche Meldewesen, das Liquiditätsrisikomanagement sowie Verwahr- und Verwahrstellendienstleistungen weiterentwickelt. Parallel verfolgt die europäische Aufsicht das Ziel, fragmentierte Meldestrukturen zu harmonisieren, Daten mehrfach nutzbar zu machen und ihre Qualität zu verbessern.
Für Asset Manager bedeutet das: Daten müssen nicht nur verfügbar sein. Sie müssen strukturiert, konsistent und über geeignete Schnittstellen effizient verarbeitbar sein. Standardisierung, Automatisierung und künftig auch der gezielte Einsatz von künstlicher Intelligenz können dazu beitragen, manuelle Aufwände zu reduzieren und die Prozessqualität zu erhöhen. Voraussetzung bleiben belastbare Daten, klare Verantwortlichkeiten und wirksame Kontrollen.
“Entscheidend dabei ist, dass wir für eine durchgängige Look-through-Transparenz über mehrstufige Portfoliostrukturen hinweg sorgen.”
Dr. Philipp Wösthoff, Head of Client Relationship Management Real Assets
Asset Servicing wird zur strategischen Infrastruktur
Für institutionelle Investoren wird eine leistungsfähige Verwahrstelle damit zu einem wichtigen Bestandteil ihrer Infrastruktur. Neben regulatorischer Sicherheit zählen technologische Anschlussfähigkeit, persönliche Ansprechpartner sowie die Fähigkeit, individuelle Strukturen mit skalierbaren Prozessen zu verbinden.
Wie ABN AMRO diese Anforderungen beantwortet und welche Chancen sich aus der Verbindung internationaler Stärke mit lokaler Asset-Servicing-Expertise ergeben, erläutern Anja Schlick und Dr. Philipp Wösthoff im Interview mit 'Mein Geld'.